Kaiser Josef und die Bahnwärterstochter

... ist ein Projekt des Ensembles mund.ART gemeinsam mit dem Wiener Kabinetttheater.
Mit verschiedensten Formen des Figurentheaters wird eine eigene Fassung von Fritz von Herzmanovsky-Orlandos parodistischem Spiel „Kaiser Josef und die Bahnwärterstochter“ und der Schauspielmusik von Werner Preisegott Pirchner gezeigt.
Diese Fassung konzentriert sich auf die hintergründigen Regieanweisungen des Autors.
Die Musiker sind integraler Bestandteil der Szene.

Werner Pirchner ist nicht nur ein witziger sondern auch ein politischer Komponist. Eines der Grundthemen seines Humors ist das falsche Pathos. Und eines der Grundprinzipien seines Humors ist die Entpathetisierung. „Etwas Pathetisches wird vom Gag durch etwas Unpathetisches verfremdet“ ( Vaclav Havel ).
Es wird das falsche Pathos der von der Kaiserhymne zur deutschen Nationalhymne avancierten Haydnmelodie im Satz „Von Josef für Josef“, die britische Hymne in „Compliments to Great Britain“ und die heimliche Hymne Österreichs in „Die Donau ist blau-wer nicht?“ durch Verfremdung entpathetisiert.
(Thomas Rothschild, Annäherung an Werner Pirchner)

„Wann S’ berühmt werden wollen, dann sterben S’ gefälligst !“
Es leuchtet ein, daß diese Maxime sich gerade an Herzmanovsky erfüllen mußte, der auf seltsam verschlungenen, verschrobenen und verschnörkelten Wegen beinahe frevlerisch tief in den Zellkern österreichischer Wesenheit eingedrungen war – jener Wesenheit, deren jahrhundertealte Mischung aus deutschen, slawischen und mediteranen Elementen sich schon in seinem Namen kundtat. Fritz von Herzmanovsky-Orlando, väterlicherseits von wienerischer und mährischer Abkunft, mütterlicherseits von italienischer und byzantinischer, war schon in früher Jugend den schönen Künsten verfallen – was den Kindern österreichischer Beamtenfamilien nicht selten widerfährt und ihnen manchmal die aussichtsreichsten Karrieren verpatzt. Er war ein Amateur im edelsten und ursprünglichen Verstand des Wortes, ein Liebhaber nicht nur aus Neigung, sondern aus Phantasie.
(Friedrich Torberg, in Herzmanovsky-Orlando, Gesammelte Werke I )

Die einaktige Bühnenfassung aus der nachgelassenen dreiaktigen exzerpiert, bedeutet recht eigentlich den Anstoß zur Verwirklichung des hier vorliegenden Unternehmens.

mund.ART Quintett Wien | Wiener Kabinetttheater www.kabinetttheater.at

Dauer: ca. 70-80 Minuten

zurück >


       ensemble | musiker | konzertdaten | discographie | projekte | galerie | downloads | kontakt | links